Deutsch Magyarul

Deutsch Magyarul

Dein Warenkorb ist noch leer, stöbere gerne noch weiter im Sortiment

Ein Faden wurde in Deinen Warenkorb gelegt.

Wollverarbeitung

Racka - Zackelschaf

Die Schafe, die bei mir leben, werden jedes Jahr im Mai geschoren. Das geschieht mit einer Handschere, die speziell für die Schafschur konzipiert wurde. Es ist immer gut, wenigstens eine*n Helfer*in dabei zu haben, da die Zackelschafe sich nur ungern einfangen lassen und dann auch nur wenig Freude an ihrem Friseurtermin zeigen. So ist es hilfreich, wenn eine*r das Schaf festhält und der oder die andere es schert.

Nach der Schur sortiere ich die Wollanteile aus, die zum Spinnen ungeeignet sind oder deren Reinigung zu aufwendig wäre. Anschließend schüttele ich die Wollflocken gut aus, damit soviel Stroh- und Heureste wie möglich herausfallen. Einweichen der Wolle Dann beginnt das Waschen, wofür sich am besten sauberes Regenwasser eignet, da es weich ist und so die Wollfasern pflegt.

der letzte Waschgang

Je nach Grad der Verschmutzung weiche ich die Wollflocken anfangs ein paar Stunden in kaltem Wasser ein und spüle sie dann zwei- bis dreimal mit frischem Wasser durch. Dem Waschwasser setze ich nichts hinzu. Es ist nicht so wichtig, während des Waschens alle Stroh- und Heustückchen herauszusammeln, da vieles davon später beim Kardieren oder Kämmen herausfällt. Die einzelnen Faserbüschel ziehe ich leicht auseinander und reibe Verschmutzungen von Kot, Schweiss oder Urin vorsichtig zwischen den Fingern heraus. Zum Trocknen lege ich die Wolle schattig und luftig aus – direkte Sonneneinstrahlung schädigt die Fasern und macht sie brüchig. Wolltrocknung

Als Nächstes werden die Wollflocken gekämmt, wodurch kurze und lange Fasern des Vlieses getrennt werden. Die kurzen können zum Filzen oder als Stopfwolle verwendet werden, die langen ergeben einen Kammzug, der bestens zum Handspinnen geeignet ist. Ob Wolle gekämmt oder kardiert wird, hängt von der Länge der Fasern ab. Sind sie einheitlich lang, dann kann kardiert werden. selbstgebaute Wollkämme Gibt es jedoch unterschiedlich lange Fasern im Vlies, wie bei den meisten langhaarigen Schafrassen, dann muß diese Wolle gekämmt werden, um die langen und kurzen Fasern voneinander zu trennen. Anschließend kann die kurze Unterwolle noch kardiert werden, wenn die weitere Verwendung diesen Aufwand rechtfertigt. Zum Filzen oder Stopfen von Kissen zum Beispiel wäre das Kardieren überflüssig.

Pflanzengefärbte Wolle

Zum Färben naturweißer Wolle verwende ich am liebsten Pflanzenfasern, die eine licht- und reibechte Farbe ergeben. Die meisten Früchte wie Holunderbeeren oder Gemüse wie Rote Bete enhalten zwar viel Farbstoff und ergeben auch einen schönen Farbton, der allerdings abfärbt, sich schnell auswäscht und nicht lichtecht ist.

Meistens färbe ich den fertigen Faden, da die Wolle aufgrund der hohen Temperaturen beim Färben zum Verfilzen neigt - und Wolle im Vlies natürlich noch eher als im versponnenen Zustand. Dadurch sind die Farbkombinationen während des Spinnens zwar beschränkt, die handgesponnene Wolle bleibt jedoch viel weicher und lockerer. Kaltfärbungen mit Pflanzen sind auch eine gute Möglichkeit, die Wolle weniger zu strapazieren. Zum Beispiel ergeben grüne Walnussschalen ein wunderschönes Goldbraun in der Kaltfärbung auf unbehandelter Wolle.

Färbepflanzen

Die getrockneten oder frischen Färbepflanzen werden kleingeschnitten und dann über Nacht in reichlich Wasser eingeweicht. Anschließend werden sie im Einweichwasser ungefähr eine Stunde lang gekocht, dann abgeseiht. In das abgekühlte Färbebad wird dann die feuchte Wolle hineingelegt und langsam auf die gewünschte Färbetemperatur erhitzt. pflanzengefärbter Faden Ganz wichtig ist es, die handgesponnenen Fäden so wenig wie möglich im heißen Wasser zu bewegen, da die Fasern sonst schnell verfilzen. Am besten ist es, die pflanzengefärbte Wolle im Färbebad abkühlen zu lassen und dann so lange mit kaltem Wasser zu spülen, bis das Spülwasser klar bleibt.

pflanzengefärbte Wolle

Damit Wolle die Pflanzenfarben überhaupt aufnehmen kann, muss sie in den meisten Fällen vor dem Färben gebeizt werden. Dazu verwende ich Alaun (Kaliumaluminiumsulfat). Durch ein Nachbehandeln der pflanzengefärbten Wolle zum Beispiel mit Kupfer oder Chrom können viele verschiedene Farbschattierungen erreicht werden, jedoch möchte ich diese Flüssigkeiten dann nicht mehr auf meinem Grundstück entsorgen. Deshalb bleibe ich bei den "einfachen" Pflanzenfärbungen auf alaun-gebeizter Wolle, die auch wunderschöne Farbtöne ergeben.